Mut zum Reden!

Wie sag ich’s bloss?

Möchten Sie jemanden auf seine/ihre psychische Krankheit ansprechen?

Bleiben Sie ganz natürlich und reden Sie mit der betroffenen Person, wie mit jeder anderen auch. Psychische Themen sind eine Frage der Perspektive: Je weniger Sie sie zum Problem machen, desto mehr entlasten Sie auch Ihr vis-à-vis. Ein offenes Gespräch kann zudem nicht nur Betroffenen helfen, sondern zur gegenseitigen Bereicherung und Erleichterung werden.

Eine Prise Humor kann den Zugang erleichtern. Ohne die Ernsthaftigkeit psychischer Probleme in Frage zu stellen, kann ein sensibel platzierter Schmunzler so manches Eis brechen. Warum nehmen Sie nicht unsere kreativen Kampagnen-Sujets zur Hand? Bestellen Sie unsere Kampagnen-Elemente oder drucken Sie sich Ihre Lieblingssprüche zuhause aus und legen Sie sie jemandem aufs Pult, auf den Frühstückstisch, in den Briefkasten…

Befürchten Sie, etwas Falsches zu sagen? Haben Sie keine Angst, auch wenn die Reaktionen manchmal negativ ausfallen können. Jeder einfühlsame Anlauf lohnt sich, um das Tabu aus unserer Gesellschaft zu verbannen. Das Falscheste, was wir tun können, ist weiterschweigen.

Hier finden Sie einige Gesprächs-Tipps, die Ihnen helfen können.

  1. Sie müssen kein Experte sein, um über psychische Probleme zu sprechen. Ihr Interesse und Ihre Offenheit für ein Gespräch sind wertvoll und können der erste Schritt zu einer Lösung sein.

  2. Machen Sie den Anfang. Haben Sie keine Angst, jemanden mit psychischen Problemen zu fragen: „Wie geht es Dir?“. Haben Sie auch keine Angst vor der Antwort. Vielleicht möchte Ihr Gegenüber reden, vielleicht aber auch nicht, oder nicht jetzt. Signalisieren Sie, dass Sie für die Person da sind, wenn Ihre Hilfe gewünscht ist.

  3. Weichen Sie nicht aus. Wenn jemand von psychischen Problemen erzählt, tun Sie sie nicht leichtfertig ab, nur weil ein Gespräch vielleicht geniert oder Überwindung kostet. Nehmen Sie die Krankheit wie jede andere Krankheit an und drücken Sie Ihre Wertschätzung aus, wenn sich jemand traut, darüber zu sprechen. Das macht Mut.

  4. Achten Sie auf Ihre Körpersprache. Versuchen Sie, sich beim Gespräch zu entspannen und präsent zu sein. Ausweichende Blicke oder nervöse Bewegungen verraten sofort, wenn Ihnen das Thema peinlich ist.

  5. Hören Sie zu. Real ist nicht nur das, was Sie verstehen und nachempfinden können. Sie müssen auch nicht auf alles eine Antwort kennen. Psychische Krankheiten sind komplex und haben individuelle Verläufe. Es hilft, wenn sie offen zuhören und sich Ihr Gegenüber ernst genommen fühlt.

  6. Vermeiden Sie Standardsätze wie «Kopf hoch!», «Das vergeht wieder!», «Jetzt musst du dich einfach zusammenreissen!». Solche Aussagen blockieren und machen die Situation meist schwieriger.

  7. Fragen Sie, wie Sie helfen können. Menschen mit psychischen Problemen sind so individuell wie alle Menschen. Je nach Persönlichkeit und Situation kann Unterstützung Verschiedenes bedeuten. Fragen Sie danach und nehmen Sie die geäusserten Wünsche ernst.

  8. Sprechen Sie nicht nur über psychische Probleme. Reduzieren Sie Betroffene nicht auf ihre Krankheit – sie macht nur einen Teil der Person aus. Sprechen Sie ganz natürlich auch über andere Themen, die Ihr Gegenüber interessieren: Alltag, Arbeit, Freunde, Sport, Hobbies, etc. Die Tatsache, dass Sie sich Zeit für ein Gespräch nehmen, vermittelt schon Wertschätzung. Und es kann auch Ihnen helfen, die betroffene Person besser zu verstehen.

  9. Geben Sie Freiraum. Manche Menschen kommunizieren lieber per E-Mail, Chat oder SMS, als persönlich oder am Telefon. Das gibt ihnen die Freiheit, dann auf Sie zuzukommen, wenn sie sich bereit dazu fühlen. Wichtig ist, sie wissen zu lassen, dass Sie jederzeit für sie da sind.

  10. Informieren Sie sich. Fühlen Sie sich im Gespräch unsicher, dann hilft Information weiter. Auf der Website Psychische Gesundheit Zug finden Sie weitere Tipps sowie Informationen zu den psychischen Krankheiten und den Anlaufstellen im Kanton Zug. (Quelle: Inspiriert von www.time-to-change.org.uk)

Möchten Sie mit jemandem über Ihre eigene psychische Krankheit reden?

Jeder Anlauf lohnt sich, um das Tabu aus unserer Gesellschaft zu verbannen. Doch nicht alle Informationen sind für alle Ohren geeignet. Offenheit und Selbstbewusstsein können Ihr Gegenüber auch überfordern. Das kann sich in Ausflüchten, Widerstand oder Ablehnung äussern. Sie dürfen selektiv auswählen, wem sie wie viel von Ihrer Geschichte anvertrauen möchten. Ein Gespräch unter Freunden bietet andere Möglichkeiten als eines mit dem Vorgesetzten.

Möchten Sie sich beraten lassen und die Gesprächsführung trainieren? Hier finden Sie Hilfe.

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